Mittwoch, 16. Dezember 2009

Weihnachtsendspurt

Gestern gab es hier in der Mensa ein Weihnachtsessen. Man würde also meinen, das sei dann das typische französische Weihnachtsessen. Ich habe mir dann Geflügelbraten (welches Tier mir da serviert wurde, ist leider nicht verraten worden) mit Füllung ausgesucht. Allerdings gab es auch Antilope, was ich jetzt nicht unbedingt für das typisch französische Weihnachtsessen halte. Zum Nachtisch gab es dann aber etwas sehr typisches: die buche de noel, so eine Art Biskuitrolle mit Cremefüllung. Obwohl die Franzosen mich davor bereits gewarnt hatten, fand ich das gar nicht so schlecht. Jedenfalls besser als fois gras (Entenleberpastete)!
Ansonsten hab ich hier nichts großartiges erlebt in der letzten Zeit. Zum Schwimmen konnte ich noch nicht wieder gehen, weil ich mich immer noch mit einem blöden Husten rumärgere. Dafür war ich aber letzte und diese Woche im Kino. Es gibt hier nämlich eins, in dem Originalfassungen (mit Untertitel) gezeigt werden und in dem der Eintritt mit einer Abokarte nur 3,70 € kostet. Da mein Kollege Baptiste ein ziemlich regelmäßiger Kinogänger ist, werde ich mich da wohl jetzt öfter anschließen. Und vielleicht zeigen sie ja irgendwann auch mal einen deutschen Film!
Im Labor haben wir unseren Besprechungstisch jetzt in einen Tischtennistisch umgewandelt und trainieren jetzt jeden Tag ein bisschen für ein Turnier, was irgendwann mal stattfinden soll. Wir haben zwar kein richtiges Netz, aber das geht auch mit zwei Holzplanken...
Morgen gehe ich dann zum Abschluss dieses Jahres noch mal was trinken und am Freitag Abend geht es ja dann auch schon wieder Richtung Münster. Diesmal fahre ich übrigens mit dem Bus, mal sehen wie das so wird!

Montag, 7. Dezember 2009

Weinachten in Tours

Zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest hat sich die Stadt Tours nicht lumpen lassen, und alle Hauptstraßen mit den verschiedensten Leuchdekos verschönert. Der place Jean Jaurès um´s Rathaus herum hat dabei mal wieder ordentlich abgesahnt, und so gibt es- wie auch schon vor zwei Jahren- einige kleinere und größere Tannenbäume:
In "meiner" Straße, also dem Boulevard, hängen diese hübschen Leuchtkugeln:Der Weihnachsmarkt ist hier allerdingd wieder eher übersichtlich und war gestern, als ich mal wieder aus dem Haus gewagt habe, eher überfüllt. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass ein verkaufsoffener Sonntag war.
Heute war ich dann wieder im Labor und habe gemerkt, dass ich immer noch nicht so richtig fit bin. So ein ganzer Arbeitstag ist doch ganz schön anstrengend. Also heute Abend jetzt erst mal schön ausruhen!
Außerdem war ich heute bei der "ecole doctorale", um denen meinen Studirausweis vorzuzeigen und da habe ich erfahren, dass ich wahrscheinlich noch vor Weihnachten mit meinem ersten Gehalt rechnen darf. Die nette Frau dort kümmert sich jetzt darum, dass ich das möglichst schnell bekomme, obwohl für Dezember eigentlich schon alles ausgezahlt war. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass es an meinem fehlenden Studentenstatus gehapert hat....

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Ach, Weihnachten kommt schneller als man denkt!

Hab ich ganz vergessen, ich wollte doch noch ein Foto von meinem tollen Adventkalender hochladen. Der kam vor einer Weile in einem tollen Care-Paket von meiner Mama. Inklusive Weihnachtsdeko und -kekse. Hier ist er also!
Mittlerweile sind aber natürlich nicht mehr alle Türchen verschlossen!

Das letzte Wochenende hatte es echt in sich!

Wie bereits hier verkündet, habe ich am letzten Wochenende eine kleine Deutschlandreise ins schöne Karlsruhe unternommen. Dazu musste ich am Freitag schon um 7 Uhr den Zug in Tours nehmen, in Paris dann einmal durch die ganze Stadt fahren, und noch mal drei Stunden später war ich dann in Karlsruhe angekommen.
Die Sonne schien, ich war müde, und die Sprintnacht, deretwegen ich diesem weiten Weg auf mich genommen hatte, konnte beginnen. Am Schwimmbad angekommen traf ich gleich einen Teil der Münsteraner, was für ein Timing! Wir sicherten uns dann schnell einen guten Platz in der Halle und dann konnte es auch bald schon losgehen. Nach verschiedenen aus meiner Sicht nicht nennenswerten Wettkämpfen (meine Ergebnisse waren nämlich eher zum Heulen), begann dann gegen 22.30 Uhr endlich die Bierstaffel, für die ich ja schon seit Wochen fleißig trainiere. Aufgrund dieses großen Trainingsaufwandes wurde ich dann auch sogleich in die erste Mannschaft befördert, wo ich mich dann auch gar nicht schlecht geschlagen habe. Unseren Vorlauf gewannen wir jedenfalls spielend. Im Finale gab ich meinen Platz allerdings an Irina ab, da sie im Vorlauf noch ein bisschen schneller gewesen war. Aber auch das half der Staffel nicht. Die letzte Dose wollte ihren Inhalt einfach nicht preisgeben, weswegen Benno dafür geschätzte 30 Sekunden brauchte und die Aachener uns mal wieder besiegten. Aber wir werden besser, und im nächsten Jahr....wer weiß!
Danach wurde dann im Bad, in den Duschen und anschließend bei der offiziellen Party noch ordentlich weitergefeiert, bevor ich dann um fünf auch endlich müde auf meine Luftmatratze fiel.
Am nächsten Tag ging mein Zug zurück erst um halb zwei, sodass noch genug Zeit für einen Bummel über den Weihnachtsmarkt mit einem schönen Glühwein und einen Döner blieb. Dann machte ich mich, nach weniger als 24 Stunden, wieder auf den Weg nach Paris. Es hat sich aber gelohnt! Besonders wegen den Münsteranern, die dabei waren. Es war chön euch wiederzusehen!
Nach einer weiteren langen Zugfahrt kan ich dann gegen halb acht wieder an meinem neuen Zuhause an, wo ich schnell meine Badeanzüge zum trocknen aufhängte, da ich sie ja am nächsten Tag wieder brauchen würde.
Am Sonntag klingelte der Wecker dann auch schon wieder, als es noch dunkel war, und ich machte mich auf den Weg zu einem weiteren Wettkampf mit meinem neuen Verein hier in Tours. Dabei handelte es sich wieder um so einen Mannschaftswettkampf, diesmal allerdings nur für die Masters (so, dass dann diesmal ich die jüngste war!). Wir trafen uns um sieben Uhr am Schwimmbad und fuhren dann nach Vernouillet, das irgednwo hinter Chatres liegen muss. So genau kann ich das aber nicht sagen, da ich einen großen der Teil der Hinfahrt als auch der Rückfahrt verschlafen habe.
Beim Wettkampf hatten wir dann zwei Mannschaften am Start, ich war in der zweiten. Es agb dann eine 10 x 50 m Freistil Staffel, bei der alle mitschwammen, und dann wurden mir noch die 50 m Schmetterling aufgetragen. Da hab ich mich natürlich gefreut....Naja, aber dann hab ich mich doch ganz gut geschlagen, und unsere Mannschaft ist am Ende sogar 8. von 19 geworden (und die erste Mannschaft hat gewonnen). Während des Wettkampfes und des gemeinsamen Mittagessens in einem Restaurant (man müsste wohl eher sagen Steakhouse, ich hab ein Bison-Hacksteak gegessen) habe ich nun auch endlich die Namen der meisten anderen Schwimmer erfahren. Ist also fast so wie damals in Münster. Wie Alex heißt, habe ich z.B. auch erst bei meinen ersten Hochschulmeisterschaften in Bochum herausgefunden.
Nach diesem anstregenden Wochenende war ich natürlich am Montag sehr müde und ab Dienstagmorgen um 3 Uhr dann krank. Und so bin ich jetzt also seit Dienstag zu Hause und ruhe mich aus. Ich war auch schon beim Arzt- die Schweinegrippe ist es nicht, zum Glück. So habe ich jetzt halt mal ein bisschen Zeit zum surfen, fernsehen und lesen. Gut, dass ich mir vor ein paar Wochen noch einige Filme von meinem Kollegen Baptiste auf die Festplatte gezogen hatte! Aber jetzt geht´s mir auch schon wieder besser. Allerdings werde ich wohl morgen auch noch zu Hause bleiben, damit ich dann nächste Woche wieder so richtig fit bin!
Also, bis die Tage

Mittwoch, 25. November 2009

So, nun habe ich es also endlich geschafft, ich bin nun wieder Studentin!!
Es war aber natürlich nicht so einfach, wie ich im letzten Post berichtet hatte. Nachdem ich die Studiengebühren bezahlt hatte (wofür ich einmal ans andere Ende der Stadt musste), war der Server im Studierendensekretariat abestürzt. Ich war wirklich versucht zu glauben, dass dieser Server sich nur eine Auszeit gegönnt hat, um mich zu nerven.
Bei meinem nächsten (und sechsten !!) Besuch dort war ich allerdings erfolgreich und habe jetzt einen hübschen Studentenausweis in Form einer Karte. Damit kann ich nun mein Mensaessen bezahlen, Bücher ausleihen, kopieren und in verschiedenen Geschäften bezahlen. Was das bezahlen angeht, so muss man die Karte allerdings erst aufladen. Und das geht (wie sollte es anders sein) nur mit einer französischen Kreditkarte. Deshalb hat jetzt erst mal Jennifer meine Karte für mich aufgeladen. Aber bald wird ja hoffentlich auch mein Konto eröffnet und ich hab dann meine eigene Karte. heute war ich nämlich bei der Bank (ich glaube zum siebten Mal...), um meinen neuen Studentenstatus zu verkünden. Jetzt müssen die mich nur noch als Kundin überprüfen (das dauert auch nur eine Woche....) und dann krieg ich meine Karte. Dann kann ich mir endlich ein Fahrrad ausleihen. Das Busfahren geht mir nämlich mittlerweile ganz schön auf die Neven, vor allen weil ich andauernd den Bus verpasse. Und das nicht etwa, weil ich immer zu spät dran bin, sondern weil ich fast jeder Bus immer zu früh (!) kommt. Und das bis zu fünf Minuten. Das kann doch kein Mensch einkalkulieren, fünf Minuten! Also renne ich regelmäßig zur Bushaltestelle und verpasse meinen Bus dann trotzdem. Sehr großer Spaß. Ich brauche also wirklich dringend ein Fahrrad.
Am Freitag geht es für mich allerdings erstmal auf einen kleinen Deutschlandurlaub nach Karlsruhe. Da schwimme ich zusammen mit den Münsteranern bei der Sprintnacht der dortigen Uni. Und da wird sich dann auch zeigen,ob sich mein konstantes Bierstaffeltraining gelohnt hat ;-)
Los geht es schon um sieben Uhr morgens, da ich einen sehr langsamen Zug nach Paris habe und da natürlich auch wieder lange Umsteigezeiten vom Bahnhof Austerlitz nach Paris Est einkalkulieren muss. Dann kann ich allerdings mit dem TGV bequem direkt nach Karlsruhe fahren. Am Samstag fahre ich dann wieder zurück nach Frankreich und am Sonntag direkt weiter zu einem anderen Wettkampf. Das ist wieder so ein Mannshaftswettkampf meines neuen Vereins und da für zwei Mannschaften noch eine Person fehlte, fahre ich da auch noch hin. Sonst könnten ja 9 Leute nicht mitmachen. Das Wochenende wird auf jeden Fall anstrengend.
Aber davo berichte ich dann in der nächsten Woche!

Dienstag, 17. November 2009

Am letzten Sonntag hatte ich also meinen ersten Schwimmwettkampf mit meinem neuen Verein. Los ging es mit einem Treffen vor dem Bad um 7.50 Uhr (und das am Sonntag!). Um kurz nach neun ging es dann schließlich los. Der Wettkampf war ein Mannschaftswettkampf und so war ich in einer Zehnerstaffel mit einer anderen Materschwimmerin und acht etwa 13jährigen Mädels.
Los ging es dann mit einer 10 x 100 m Freistilstaffel und danach mussten alle Strecken von einem Mitglied der Truppe geschwommen, so wie bei einer DMS (für die Schwimmer ;-))
Mir wurden dabei nicht wie ich zunächst gedacht hatte die 200 m Lagen, sondern die 200 m Freistil zugedacht. Hätte man natürlich auch drauf kommen können, dass 200 L in Frankreich nicht Lagen heißt, sondern 200 nage libre (also Freistil).
Beim Start heißt es hier übrigens "à vos marques", sonst war aber eigentlich alles wie bei uns. Und nach dem Wettkampf war ich ziemlich müde...acht Uhr am Sonntag ist einfach zu früh. Am 29.11. fahre ich wahrscheinlich wieder mit denen zu einem Wettkampf.
Ansonsten habe ich jetzt endlich Internet in meiner Wohnung, juhu! Also sollte es auch bald mal mit dem Skypen klappen. Und außerdem werde ich mich wohl morgen endlich an der Uni einschreiben! Mein Thema wurde nun endlich bewilligt, und sonst habe ich auch alles, was man für die Einschreibung braucht. Leider konnte ich aber die Studiengebühren nicht mit meiner Kreditkarte bezahlen. Die können die Franzosen mit ihrem blöden Gerät nicht lesen. Und ich hatte auch grade keine 355 € in bar dabei (ja, soviel muss ich hier im Jahr bezahlen, und dass obwohl ich kaum Kurse an der Uni belege...gemein). Morgen werde ich jetzt also die blöden Gebühren bezahlen und dann bin ich also wieder Studentin. Und dann....kann ich endlich das Bankkonto eröffnen, ein Fahrrad ausleihen und bekomme hoffentlich auch endlich mein Gehalt!

Donnerstag, 12. November 2009

Letzte Woche habe ich mich endlich bei einem neuen Schwimmverein angemeldet (mitgeschwommen war ich ja schon seit ner Weile) und jetzt bin ich gleich für dieses Wochenende für einen Wettkampf eingeteilt: Ja, man wird hier einfach eingeteilt...ich denke, ich hätte wohl sagen können, dass ich an dem Tag nicht kann, aber da ich ja Zeit hab, werde ich mich jetzt pünktlich am Sonntag um 7.50 Uhr (!) vor der Schwimmhalle einfinden. Und dann gibt es eine 10 x 100 m Freistil-Staffel, bei der alle mitschwimmen. Und danach dann noch einmal alle Strecken, die muss dann jeweils einer der Schwimmer aus jeder Mannschaft absolvieren. Mir wurden dabei die 200 m Lagen zugedacht. Darüber freue ich mich natürlich sehr, schließlich bin ich diese Strecke schon seit Jahren nicht mehr geschwommen. Aber was soll`s, immerhin wurde ich „ausgewählt“ bei diesem Wettkampf mitzumachen (so steht es in dem Brief, den ich dazu bekommen hab ;-))
Ansonsten war hier am Montag der Mauerfall auch ein ganz großes Thema. Es gab unglaublich viele Berichte dazu im Fernsehen und mein Prof hat mich gefragt, wie ich den Mauerfall feiern würde. Ich habe ihm dann erklärt, ich hätte den Mauerfall schon am Sonntag mit einem Loch in der Wand (dem für das Internetkabel) gefeiert...
Gestern (also am 11.11.) war hier dann Feiertag. Die Franzosen feiern an diesem Tag den Waffenstillstand des ersten Weltkriegs: „armistice“. Neben diesem Datum ist am 11.11. natürlich auch der Martinstag. Diese ist besonders in Tours von großem Interesse, da der heilige Martin Bischof von Tours gewesen ist. Deswegen ist Tours auch eine wichtige Pilgerstation, und so war es wohl auch nicht verwunderlich, dass ich gestern bei einem kleinen Ausflug in die „Basilique de Saint Martin“ ziemlich viele Pilger dort antreffen konnte. Ansonsten habe ich an diesem Feiertag nicht viel unternommen. Nur abends ein kleines Bierstaffeltraining. Am Montag waren meine neuen Trainer mit meinen Leistungen leider nicht sehr zufrieden, sodass beschlossen wurde, dass zu lange Trainingspausen nicht so ideal sind. Also auch am Feiertag en kleines Bierstaffeltraining!
Und jetzt bin ich schon wieder im Labor. Ach, solche Feiertage gehen immer viel zu schnell vorbei!